| Bioethanol-Kamine - Gefährlich ? |
| Geschrieben von: Sebastian Krisch |
| Freitag, den 28. Mai 2010 um 10:50 Uhr |
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Wir möchten Sie auf die Gefahren aufmerksam machen und Tipps zur Handhabung geben.
Bioethanol - Treibstoff der Natur.
Bioethanol begegnet uns sehr oft im Alltagsleben. Ob es der gute Rotwein beim Essen oder das Bier im Stadion ist. Bioethanol ist nichts anderes, als der reine Alkoholanteil in Spirituosen, Bier, Wein oder anderer ähnlicher Getränke. Speziell durch Zucker und stärkehaltige Grundstoffe wie Weizen oder Zuckerrohr durch Gärung gewonnen, wird der Alkohol bis zur Reinheit von 96% durch Destillation aufkonzentriert. Durch bestimmte Verfahren erzielt man heutzutage einen Reinheitsgrad von über 99,99%.
Vorwiegend wird Bioethanol als Treibstoff für Otto-Motoren verwendet. In Deutschland noch nicht so populär, ist er in einigen skandinavischen Ländern sowie in Südamerika als Alternative zum Benzin, weit verbreitet. Dieser Bioethanol wird als E85 bezeichnet, da er einen Alkoholgehalt von 85 Vol% enthält. Die Restlichen 15% bestehen aus Otto-Kraftstoff.
Da Bioethanol aus pflanzlichen Stoffen gewonnen wird, gibt Bioethanol bei der Verbrennung nur das Kohlendioxid (CO²) ab, welches die Pflanze beim Wachstum aufgenommen hat. Außerdem verbrennt dieser Naturelle Wunderstoff völlig rauch - und russfrei. Asche und sonstige Rückstände? Fehlanzeige!
Und so kamen einige Leute darauf, jenen Wunderstoff als Brennmittel für Kamine zu verwenden. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Zum einen braucht man kein Rauchabzug, da eine rückstandsfreie Verbrennung stattfindet. Also muss man nach der Montage eines solchen Kamins keinen teuren Schornsteinfeger zur Abnahme bestellen und vor allem bezahlen. Zum anderen entsteht kein lästiger Dreck durch Asche. Zu guter letzt hat man ein gutes Gefühl, die Umwelt mit nicht noch mehr Kohlendioxid zu belasten.
Handhabung
Ein Bioethanolkamin besteht meistens aus einem Edelstahlgehäuse (siehe Bild oben) in dem ein oder mehrere Brennwannen stehen. In diese füllt man das flüssige Bioethanol ein. Nach dem Anzünden mit einem Feuerzeug brennt das Ethanol mit offener Flamme ab. So weit so gut.
Einige Berichte beschreiben Wohnungsbrände mit vorangehenden Verpuffungen, brennenden Möbeln oder gar Personen.
Aber wie kommt es zu solchen Ereignissen? Einige Hersteller solcher Kamine bezeichnen dabei doch die Kamine als einfach, sauber und sogar als "brandsicher".
Klar ist dabei, dass die Materialien aus denen der Kamin besteht mit Sicherheit "brandsicher" sind, da Edelstahl als Stoff nicht brennbar ist. Aber viel zu oft wird dabei der Faktor Mensch vergessen.
Oft sind Bedienungsfehler, wenn man von solchen sprechen kann, Gründe für Brandunfälle mit schlimmen Folgen.
Gefahrenpotential von Mensch und Material
Die Kombination aus menschlicher Unvorsicht, Unwissenheit und Gefährlichkeit der brennenden Substanz machen den Betrieb eines solchen Heizungsersatzes erst gefährlich.
Der Flammpunkt von Ethanol liegt bei ca. 14 Grad Celsius und beschreibt den Temperaturpunkt, bei der sich über einem Stoff ein zündfähiges Dampf–Luft-Gemisch bilden kann. Damit eine Verbrennung funktioniert, ist ein brennbarer Stoff, Sauerstoff und eine Zündenergie notwendig. Stehen der Sauerstoff und der brennbare Stoff im richtigen Verhältnis zueinander und es ist genug Zündenergie vorhanden, findet eine Verbrennung statt. Der Flammpunkt liegt bei ca. 425 Grad Celsius und beschreibt die Temperatur die notwendig ist, damit sich ein Dampf-Luft Gemisch selbständig entzündet.
Stellen wir uns nun vor, wir haben einen solchen Kamin erworben und im Wohnzimmer montiert. Wir füllen die Brennwanne mit unserem Bioethanol. Nach dem Anzünden lehnen wir uns in unseren Sessel zurück und genießen die schöne Optik und Wärme unseres Kamins....
Was kennen wir aus eigener Erfahrung, wenn wir einen Holzkamin zuhause haben? Richtig, wir legen ab und an einen Holzscheitel nach, wenn das Holz langsam zu Asche zusammenfällt und die Flamme kleiner wird!
Da wir es nicht anders kennen, wird der eine oder andere Anwender genau dieses Verhalten beim Bioethanolkamin übernehmen.
Die Folgen können hierbei verheerend sein. Der Alkohol befindet sich beim Füllvorgang gerade auf dem Weg aus der Flasche durch die Luft in die Brennwanne. Die Flüssigkeit kann sich blitzschnell entzünden. Vor lauter Schreck zieht man instinktiv die Flasche zurück und versucht das Feuer "auszuschütteln" oder schlimmer, man lässt die brennende Flasche fallen.
Der Brand breitet sich aus, andere Gegenstände fangen Feuer, die Wohnung brennt.
Stellen wir uns den Fall vor, dass das Feuer in der Brennwanne vollständig erloschen ist und wir nicht versucht haben, die Brennwanne vorher zu füllen.
Die Brennwanne hat nach dem ersten Brennvorgang noch eine so hohe Temperatur, dass sich das nun nachgefüllte Ethanol sofort von selbst entzündet. Der Flammpunkt (siehe oben) ist noch überschritten. Verschüttet man das Ethanol gar noch und es geht etwas neben die Brennwanne ist die Katastrophe fast vorprogrammiert.
Ein weiterer Gefahrenpunkt besteht oft in dem Aufstellort des Kamins. Steht ein Sessel, ein Bücherregal nebenan, oder hat man den Kamin direkt neben einem Möbelstück montiert, können diese bei falschem Befüllen oder Anzünden sofort mit in Brand geraten.
Trotzdem entstehen bei der Verbrennung einiges an CO² und Wasser, weswegen eine gute Lüftung während des Betriebes des Kamins wichtig ist.
Wir möchten an dieser Stelle auf keinen Fall von dem Betreiben oder Erwerb solcher Kamine abraten. Wichtig ist, dass man alle Sicherheitshinweise beachtet, so dass kein Unglück passieren kann. Nachfolgend möchten wir Ihnen einige Sicherheitstipps geben.
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Viele aktuelle Berichte von Wohnungsbränden zeugen aber von einem nicht unerheblichen Gefahrenpotential solcher Kamine.